Das heutige Industriegebiet «Granador-Areal» am Bahnhof in Hitzkirch wird zu einem hochwertigen Wohnquartier umgenutzt. Durch den Erhalt der wichtigsten Bestandsbauten bleibt die Historie des Areals weiterhin lesbar. Auf die bestehende heterogene Situation wird unterschiedlich reagiert. Gleisbegleitend nehmen “Werkbauten” die ursprüngliche Geometrie der ehemaligen Industriebauten auf. Mittendrin wird der Granadorbau als ältestes Gebäude des Industrieareals erhalten und in die neue Gebäudegruppe integriert. Der Geländeversprung zwischen den Bahngleisen und der höher gelegenen Wohnebene wird mit den “Werkbauten geschickt gelöst. Den Auftakt in der neuen Siedlung bildet das “Bahnhofsgebäude”, der einen neuen Bahnhofsplatz definiert und die städtebauliche Situation zwischen Seetalstrasse und Bahnhofstrasse klärt. Die folgenden drei Wohnhöfe formulieren den Siedlungskern des ländlichen Wohnens. Sie liegen lärmgeschützt hinter den Werkbauten und dem Bahnhofsgebäude und verzahnen sich mit dem landwirtschaftlichen Freiraum im Nordosten. Die Wohnhöfe bestehen jeweils aus einem Kopfbau, Zeilenbauten und einer Wohnscheune, der zur Landschaft abschliesst. Die Aussenräume zwischen den Wohnhöfen öffnen sich zur Landschaft und sind als Privatgärten und Gemeinschaftsgärten gestaltet.

Zentraler Ort des neuen Wohnquartiers ist der Gemeinschaftsplatz, der vom Bahnhofsplatz in die Siedlung überleitet und entlang des neuen Bahnhofsgebäudes zur Bahnhofstrasse führt. Die historisch wertvolle Mosttrotte ergänzt das historische Ensemble aus Verwaltungsgebäude, Pumpenhaus und Baumgruppe und macht die Charakteristik des Ortes erlebbar. Vom Gemeinschaftsplatz führt der mit neuen Baumgruppen gesäumte “Dorfweg” durch die Siedlung.
 Es entsteht ein Ort wo verschiedene Wohn-, Arbeits- und Lebensformen möglich sind. Ländliches Wohnen in den Wohnhöfen, urbaneres Wohnen in den Werkbauten und industrielle Loft-Wohnen im Granadorbau bieten ein vielfältiges Angebot. Die Büro-, Dienstleistungs- und Gewerbeflächen sind am Bahnhofsplatz und entlang der Werkgasse vorgesehen und flexibel zuweisbar. Das alte Verwaltungsgebäude wird als Gemeinschaftsraum für das Quartier einer neuen Nutzung zugeführt.

Das durchmischte Quartier entwickelt sich aus den ortstypischen Gegebenheiten und den spezifischen Nutzungen heraus und schafft einen mehrschichtigen Ausdruck . Dieses bildet sich auch in der Art der Materialisierung ab: Massive Häuser mit mineralischen Putzoberflächen wechseln sich mit Holzbauten ab. Die massiven Wohnhäuser nuancieren in der Körnigkeit der Putzoberflächen: Grobkörnige Kellenwurfputze wechseln sich mit feinkörnigen Putzoberflächen ab.
 Die Holzhäuser werden aussen aus Eichenholz materialisiert, im Innenraum aus Fichten-, oder Tannenholz. Holz-Metall-Fenster, der aussenliegende Sonnenschutz aus Markisen sowie brünierte Stahlgeländer nobilitieren die Materialisierung des Quartiers.

Beteiligte

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