Im 16. Jahrhundert wurde im Talboden von Stans-Buochs-Ennetbürgen, an der Buochserstrasse, das Trachslersche Haus errichtet. In Anlehnung an die Bauernhausarchitektur, jedoch als prunkvoller Patriziersitz mit einem grösseren Volumen, steht es auf derselben Parzelle wie die 1692 errichtete Mettenwegkapelle. Mit der in der Mitte des 19. Jahrhundert erfolgten Ergänzung durch ein Ökonomiegebäude, dem Franzosengaden, entstand eine Häusergruppe nicht unähnlich den umliegenden landwirtschaftlichen Betrieben und umgeben von einer imposanten Hügel- und Berglandschaft.
1867 ging das Patrizierhaus in den Besitz der Armengemeinde Stans über und wird nach einer Übergangsphase bis heute als Wohnheim genutzt.
1903 wurde das Areal mit einem Waisenhaus, heute als Haus Centro bekannt, verdichtet und bis 2016 durch drei Gebäude der Stiftung Weidli ergänzt. Mit dem Rückbau der dazwischenliegenden Scheune entstanden zwei Häusergruppen, wobei der Eindruck entsteht, dass der Gruppe an der Buochserstrasse die Mitte fehlt. Bis heute ist die nähere Umgebung mit ihrem prächtigen Baumbestand durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt.

Lageplan
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Lageplan

Mit der präzisen Setzung des neuen Pflegewohnhauses in nächster Nähe zum Franzosengaden entsteht mit dem Wohnhaus Mettenweg ein Dreiklang von Bauten, die einen gefassten Hofraum in ihrer Mitte schaffen. Das neue Volumen ist so gegliedert, dass es durch seine Proportionen und Fassadengestaltung primär die Körnung vom Wohnhaus Mettenweg und dem Franzosengaden aufnimmt. Die leicht überhöhten Gebäudeteile im Südwesten und im Nordosten nehmen Bezug zum Wohnhaus Mettenweg und zum grösseren Massstab der Tagesstätte Weidli.
Im Kreuzungspunkt dieses neuen Ensembles weitet sich der Aussenraum: Der Hofraum schafft die Vorfahrt für das Wohnheim, charakterisiert die Zugänge zu den Bauten und bildet einen zentralen Ort der Begegnung. Umgeben von der historischen Pflasterung des Wohnhauses Mettenweg, der erweiterten historischen Gartenanlage im Süden und dem neuen Kiesplatz zwischen Franzosengaden und Neubau, empfängt dieser schlicht gehaltene Aussenraum Bewohner wie Besucher.

Grundrissgliederung
Der Grundriss  baut auf einer einfach gekammerten, historischen Typologie auf, wie sie bereits beim bestehenden Wohnhaus Mettenweg zur Anwendung kam. Ein zentraler Kern mit öffentlicher Zone erschliesst in den Wohngeschossen die erste Ebene an Raumkammern: Es sind dies die privaten Entrées der Wohngruppen, die gleichzeitig als Eingangs-, Verteil- und Aufenthaltsräume dienen. Die nächste Ebene der Kammerung führt zu den Wohnfluren. Pro Wohngruppe sind an zwei Fluren zwei und vier Einzelzimmer mit den dazugehörigen Nasszellen gruppiert. Die Kammerungen markieren Holzeinbauten mit verglasten Flächen, die das vorhandene Licht in die Tiefe der Räume bringen.

Das Prinzip der Kammerung wird im Erdgeschoss fortgeführt: Drei Entrées bilden die Nutzungen ab: Begegnungszone, Verwaltungseinheit sowie eine externe Nutzung.
Im Gegensatz zu den Wohngruppen in den Obergeschossen ist das Erdgeschoss offen gestaltet mit fliessenden Übergängen zwischen den einzelnen Funktionen. Alle Wege führen zum Licht: zu den gedeckten Aussenbereichen, zum Franzosengaden und zur Tagesstätte Weidli.

Materialisierung und Fassadengliederung
Das neue Pflegewohnhaus ist als reiner Holzbau konzipiert. Diese aus dem Bestand abgeleitete Materialisierung integriert das neue Pflegehaus in seine unmittelbare Umgebung.
Nach aussen tritt das Volumen mit einem gestockten Betonsockel und einer gestrichenen, vertikalen Holzverkleidung in Erscheinung. Die Fassaden sind durch die Struktur der Zimmer gegliedert. In jedem Zimmer wechseln sich grosse Verglasungen in Form von französischen Fenstern mit geschlossenen Holzelementen ab.


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Umbau Einfamilienhaus Oberhochbühl

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