Das Wohnquartier Obergütsch in Luzern liegt im äussersten Westen der Stadt, angrenzend an den Gütschwald. Der nach Osten orientierte Hang des Sonnenbergs und Gütschs blieb, von ein paar Landsitzen und Pensionen abgesehen, bis ins 20. Jahrhundert unverbaut. Heute ist er bis an die Waldränder hinauf überbaut. Ein-, Zwei- und kleine Mehrfamilienhäuser, durchwegs in Gärten stehend und aus allen Abschnitten des 20. Jahrhunderts stammend, bilden einen heterogenen, durchgrünten Bebauungsteppich.
Eine Ausnahme bildet die Überbauung Oberhochbühl, die der Luzerner Architekt Albert Zeyer zwischen 1946 und 1948 realisierte. Den natürlichen Hangverlauf folgend entstanden sechs Einfamilienhäuser, die aneinander gebaut, die Typologie eines Reihenhauses suggerieren.
Das Einfamilienhaus Oberhochbühl 6 ist mit seinen Nachbarn Oberhochbühl 4 und 8 der kleinste Haustyp in der Reihenhausserie, mit Garage, Waschküche und Kellerräumen im Untergeschoss, zwei Zimmern mit Küche im Erdgeschoss und drei Zimmern mit Bad im Obergeschoss sowie einer kleinen Dachkammer.

Im Verlauf der Jahrzehnte wurde das Haus im Innenraum verändert, wobei die Grundstruktur erhalten blieb. Während innen diese Anpassungen den unterschiedlichen Zeitgeist folgen und damit nachvollziehbar sind, wurde dagegen auf die massiven Aussenwände ein Wärmedämmverbundsystem appliziert und anschliessend gestrichen. Bei dieser Baumassnahme wurden leider auch die ursprünglichen Fenstereinfassungen aus Kunststein mit einem Farbanstrich überstrichen.

Mit einigen gezielten Wandausbrüchen im Wohnbereich im Erdgeschoss wird die enge und kleinteilige innenräumliche Struktur des bescheidenen Einfamilienhauses aufgebrochen und lässt einen grosszügigen Wohn- und Essraum entstehen. Der neue Boden im Wohnraum aus breiten, massiven Eichenholzriemen bindet die ehemals kleinen Räume zu einem Raumgefüge zusammen.
Ein neues Möbel, mit Küche, Garderobe, Reduit und Gäste-WC, legt sich im Flur als durchlaufende Raumschicht vor den neuen grossen Wohnraum.
Die vielen bestehenden kleinen Öffnungen im Norden setzen, mit den grossen Fenstern im Süden, Wohnraum, Küche und Flur miteinander in Beziehung und erlauben neue Raumdiagonalen durch das gesamte Geschoss.
Im Obergeschoss wird das Badezimmer neu ausgerichtet und komplett erneuert, im Flur das Raumprogramm mit Einbauschränken und Reduits ergänzt.

Die Sanierung der Fassade folgt der originalen Farbstimmung und Materialisierung. Sie wird von den nachträglich eingebauten Massnahmen befreit, neu verputzt und gestrichen. Als offensichtlichste Teile des Eingriffs treten das neue Treppengeländer, die Fenstergewänder aus Kunststein und das Garagentor strassenseitig in Erscheinung.


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