Das neue Wohnheim Sonnegarte wird auf einem Grundstück in unmittelbarer Nähe des Klinikareals der Luzerner Psychatrie (lups) geplant, sie ist auch Trägerin des bestehenden Wohnheims.
Die leicht hügelige Landschaft wird im Westen und Osten von Durchfahrtsstrassen zum Klinikareal und zu landwirtschaftlichen Betrieben begrenzt, nach Norden von einem natürlichen Bachlauf mit hoher Hecke und einem angrenzenden Spazierweg.
Das neue Wohnheim soll für die unterschiedlichen Patienten ein Zuhause mit optimalen Wohn- und Lebensräumen bieten, in einer geschützten Umgebung und mit den notwendigen Freiräumen. Das Konzept ist von dem Wunsch geprägt, eine Welt mit wenig Störungen und Impulsen von Aussen zu schaffen.

Ein Geviert, bestehend aus einer perforierten Wand aus Mauerwerk, formuliert den räumlichen Rahmen, innerhalb dem sich das neue Wohnheim entfaltet. Der Neubau sitzt frei in der Landschaft. Seine Mauern ragen situativ einmal höher und einmal niedriger aus der Umgebung heraus. Innerhalb dieser Hoflandschaft wird eine geschützte Welt mit unterschiedlichsten Freiräumen, Wegebeziehungen und atmosphärischen Innenräumen geschaffen, welche den Klienten neben der Geborgenheit auch Wohlbefinden und Gemütlichkeit, vermittelt. In Dänemark nennt man das «Hygge».

Lageplan
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Lageplan

Gebäude- und Grundrissorganisation
In das Volumen sind die zwölf Wohngruppen, öffentliche Einrichtungen, Ateliers sowie alle geschlossenen Aussenräume – Klientengärten, Einzelbalkone, gedeckte Aussenräume und Terrassen sowie ein allgemeiner Garten – integriert.

Zentrales Motiv des achsialsymmetrisch organisierten Volumens sind die öffentlichen Einrichtungen sowie die Gärten: ein Patio, allgemeine Gärten und die Gärten für die Klienten auf unterschiedlichen Ebenen, die sich wie eine Perlenkette entlang der Mittelachse aufreihen. Während in der Mitte des Erdgeschosses eine Enfilade aus öffentlichen Innen- und Aussenräumen geschaffen wird, sind zwischen den Wohngruppen im 1. und 2. Obergeschoss intimere Klientengärten auf unterschiedlichen Ebenen entwickelt: Gartenlandschaften im Westen und Osten mit hoher atmosphärischer Qualität und abwechslungsreichen Sinneseindrücken, die für verschiedene Freizeitaktivitäten genutzt werden können.
Der Patio als zentrales Element im Wohnheim organisiert das Haus und bildet seine atmosphärische Mitte. Die Wohngruppen sind in vier Einheiten um den Patio organisiert.
Den Abschluss der Enfilade im Erdgeschoss bildet das Ateliergebäude im Osten: Ein flacher, langer Mauerwerksbau empfängt die Klienten. Hier sind alle erforderlichen Therapie- und Atelierräume untergebracht.

Umgebungsgestaltung
Die Umgebung ist in zwei Bereiche gegliedert: Eine kleinteilige innere Gartenlandschaft, welche durch die das Gebäude umlaufenden Mauern begrenzt wird, sowie einer Kurlandschaft, die das neue Gebäude von aussen umspielt.

Die innere Gartenlandschaft ist klar geometrisch gestaltet. Sie ist in verschiedene kleinere Einheiten – Gärten, Höfe, Terrassen und Balkone – aufgeteilt. Die unterschiedliche Materialisierung und Ausstattung der Bereiche ist auf die verschiedenen Bewohnergruppen ausgerichtet. Im Erdgeschoss sind die Gärten des Ateliergebäudes den Klienten vorbehalten, während Patio, Mehrzweckraum und der gedeckte Aussenraum auch von externen Besuchern genutzt werden können.
Die Kurlandschaft ist geprägt durch die dichte, naturnahe Bepflanzung entlang des Groppebachs und die fein modellierten umliegenden Felder. Die dichte Bachbepflanzung wird in Form von grossen und mittleren einheimischen Bäumen nach Süden erweitert und lichtet sich langsam aus. Die feine Modellierung der Topografie wird erhalten, so kann der Landschaftsraum das Gebäude umfliessen.

Beteiligte

Baumanagement
TGS Bauökonomen AG
HLK-Ingenieur
Wirthensohn AG

Nächstes Projekt

Zentrumsplanung Seminar Rickenbach