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Material z’Mittag: Der Wormserputz

Der Material z’Mittag ist ein Anlass, an dem Fachleute aus den Bereichen Architektur, Kunst und Handwerk ein Projekt ihres Büros oder Ateliers vorstellen, bei dem die Materialität eine ausserordentliche Rolle spielt. Zur Veranstaltung wird den Interessierten ein kleines z’Mittag offeriert.

Putz als alltäglicher und einer der wohl am häufigsten angewendeten Baustoffe ist ein Material des Hintergrundes. Ganze Städte, Dörfer und Vorstadtsiedlungen sind verputzt. Putz hat sich bewährt, ist praktisch und kostengünstig. Im Zuge der Industrialisierung und der Erfindung der verputzten Aussenwärmedämmung wurden Baustoffe und die Kombination von Materialien zu Putzmörteln technologisch optimiert und im wahrsten Sinne des Wortes „ausgedünnt“. Die zeitgenössische Anwendung und Standardisierung wird der Vielfalt des Materials, der Kombination seiner Bestandteile sowie der unendlichen Variabilität von Auftragstechnik und Erscheinung bzw. Gestaltung der Oberfläche dabei nicht mehr gerecht. Alte Putze und Putztechniken geraten zunehmend in Vergessenheit, dabei weisen sie ein durchaus als „innovativ“ zu beschreibendes Potenzial auf. Es gilt, diese grosse gestalterische und technische Vielfalt neu zu entdecken und einzusetzen. Anhand eines realisierten Projektes wird der durchhaus als regional zu bezeichnender historische „Wormserputz“ vorgestellt.

In der Praxis zeigt sich, dass der Putz eine tiefe Auseinandersetzung mit der Rezeptur und der Oberfläche erfordert. Unter ihr liegt eine schier unendliche Vielfalt an verschiedenen Strukturen verborgen. Es zeigt sich einmal mehr, dass der unscheinbare und alltägliche Putz, doch aber auch ein ganz besonderer Baustoff ist.

Donnerstag, 18. Oktober 2018, 12.15 bis 12.45 Uhr mit der Architektin Pinar Gönül, Sammlung S2, Hochschule Luzern – Technik & Architektur, Technikumstrasse 21, 6048 Horw im Trakt IV, Nische F-Geschoss