Die historischen Bestandsgebäude des Psychiatriezentrums Münsingen aus dem Jahr 1895 säumen den mittig gelegenen öffentlichen Park mit öffentlicher Gastronomie, diversen Freizeitanlagen und Veranstaltungsgebäuden. Die Betriebsgebäude mit Technik und Werkstatt von 1990 brechen die Mitte in zwei Teilbereiche auf.
Der Aussenraum zwischen dem äusseren Erschliessungsring und der historischen Gesamtanlage dient als privater Freiraum der Patienten-, und Verwaltungsgebäude. Diese werden seitlich durch Parkplatzfelder flankiert, welche als räumlicher Puffer zwischen der Anlage und deren Erschliessung dienen. Die interne Erschliessung wird unter anderem über zwei Querachsen gewährleistet, welche die Verbindung zu den Parkfeldern und dem äusseren Erschliessungsring schaffen. Die Bestandsgebäude werden mehrheitlich über den mittigen Park erschlossen.

Lageplan
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Die prägende Symmetrie der Gesamtanlage wird im Zuge der notwendigen Erweiterungen erhalten. Die vorgeseheneFreistellung der grosszügigen, mittigen Parkanlage verschafft dem Ensemble ein hohes Mass an Transparenz und Offenheit. Das Patientenhaus 25 wird durch einen dreigeschossigen Anbau zu einem schützenden Blockrand ergänzt. Das historische Gebäude bildet jeweils den Kopf der Komposition. In Anlehnung an die Typologie der Renaissance Schlösser wird der freigespielte Park an seinem Ende mit einem begehbaren Wasserbecken ergänzt. Infolge der städtebaulichen Setzung der Neubauvolumen sind zum Park hin weitestgehend historische Fassaden sichtbar. Der denkmalpflegerisch wertvolle Ausdruck der Anlage bleibt erhalten.

Der später erfolgte Anbau am Patientenhaus 25 wird rückgebaut und die ursprüngliche Erscheinung in massiver Bauweise mit Sichtmauerwerk komplettiert. Für die Erweiterung wird das Bestehende aufgegriffen undweitergeführt ohne die alte Bausubstanz zu verunklären.
Das frei gelegte Patientenhaus wird mit einem dreigeschossigen Neubau zu einem Blockrand ergänzt. Der Blockrand formt mittig einen gefassten von allen Stationen begehbaren und nutzbaren Innenhof. Das Gebäudevolumen bietet durch seine Form einen schützenden Rahmen für die Patienten und die Möglichkeit des Rückzugs ohne sich vor dem umliegenden Kontext zu verschliessen. Räumliche Zäsuren, verglaste Übergänge und offene grüne Loggien, imÜbergang von Bestand zum Neubau sowie im Neubau schaffen Bezüge zur Landschaft und verbinden die innere Welt mit der Aussenwelt.

Gepaart mit einem hohen Grad an Öffnungen in der Fassade erzeugt die Erweiterung einen wohnlichen Charakter und erlaubt unterschiedliche Sichtbezüge zu den Aussenräumen.
Die Materialität des Hauses steht im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen an eine moderne Psychiatrie und dem Wunsch nach einem Ort, der Geborgenheit und Schutz vermitteln soll. Tragende Sichtbetonwände wechseln sich mit Holzelementen ab, Lesenischen und Wohnbereiche werden mit dem Einsatz von Farbe atmosphärisch nobilitiert.
Prägender Bestandteil dabei ist das Holzkastenfenster der Patientenzimmer. Es besteht aus einem grossen vorgesetzten Fensterelement in Festverglasung sowie seitliche, in die Laibung gesetzte, schmale Lüftungsflügel in Holz. Das Fenster mit innenliegender Sitzbank dient Patienten als Nische zum Rückzug und soll Geborgenheit vermitteln.

Die Fassaden des Innenhofs werden im Gegensatz zu den aussenliegenden Fassaden in reiner Holzelementbauweise vorgeschlagen. Schiebefenster innerhalb der Fassaden sorgen für Frischluft in den Flurzonen. Mittels perforierter Holzelemente wird die Absturzsicherung gewährleistet. Die Holzfassaden schaffen in Zusammenspiel mit den Rankenbepflanzungen der Loggien und dem begrünten Innenhof eine ruhige und entspannte Atmosphäre, die Geborgenheit in einer modernen Umgebung vermittelt.

Beteiligte

Baumanagement
Akeret Baumanagement AG
Brandschutzexperte
Emch+Berger AG
Elektroingenieur
Elektroplan AG
HLK-Ingenieur
eicher+pauli
Landschaftsarchitektur
BNP Landschaftsarchitekten GmbH
Sanitäringenieur
eicher+pauli
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