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Das Konzept „Zwischen den Zeiten“ greift das Prinzip der kartäusischen Kontinuität im Bauen auf. Die ursprünglichen Mönchsklausen im Nordflügel waren im Laufe ihrer Baugeschichte verschiedenen Erneuerungen unterworfen. Die jüngere Bauphase beinhaltete nicht nur eine Vergrösserung der Grundfläche der Klausen, sondern auch die Baumassnahmen für das Ambulatorium, eines überdachten Bauteils des jeweils zur einer Zelle gehörigen Gartens. Das historische Modell der Gesamtanlage im Museum verdeutlich, dass die Mönchsklausen nicht als Einzelhäuser am Kreuzgang angefügt waren, sondern mittels der Ambulatorien / Wandelgang voneinander getrennt funktionierten und mit der Klostermauer verbunden waren.

Die Erneuerung des Kunstmuseums Thurgau wird als Erweiterung im Untergrund zwischen Mönchsklauen und nördlicher Klostermauer vorgeschlagen. Der Neubau schliesst im Untergeschoss an den Bestand an. Die neuen unterirdischen Ausstellungsräume zwischen den sieben Klausen und der nördlichen Klostermauer werden oberirdisch belichtet. Diese oberirdischen „Laternen“ greifen in ihren Proportionen, Bauformen und ihrer Materialisierung die historischen Vorbilder der Ambulatorien auf, setzen sich jedoch von den Mönchsklausen ab und wahren den Abstand zur Klostermauer. Ein Fenster in jeder Laterne bringt variierendes Tageslicht in die neuen Ausstellungsräume und stellt den Bezug zwischen Innen- und Aussenwelt her.

Ein kleiner Teil des Kunstmuseums ist erkennbar umgestaltet, setzt sich ab und folgt dennoch den Analogien der Historie. Ein grosser Teil des neuen Museums bleibt im Untergrund verborgen. Die „kartäusische Kontinuität des Bauens“ bleibt gewahrt.

Beteiligte

Bauingenieur
blesshess AG
Landschaftsarchitektur
Fahrni Landschaftsarchitekten GmbH
Lichtplanung
matí LICHTGESTALTUNG

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