Bildbau. Schweizer Architektur im Fokus der Fotografie

«BILDBAU» ist als Panorama der letzten 25 Jahre Schweizer Architektur konzipiert. Bauten, welche zum weltweiten Erfolg helvetischen Bauens beigetragen haben, werden präsentiert – aber nicht mit Plänen und Modellen, sondern allein mit dem Medium Fotografie. Dabei treten künstlerische Positionen in Dialog zur Architekturfotografie. Die Präsentation beschränkt sich allerdings nicht auf die Reihung exemplarischer Fotografien, sondern beleuchtet in einem analytischen Teil auch verschiedene Aspekte der Beziehung zwischen Bild und Architektur. Welche Rolle spielen Bilder beim Entwurf? Welche Architekten bevorzugen welche Fotografen? Wie lässt sich dreidimensionale Architektur in zweidimensionale Bilder übertragen? In der Ausstellung werden auch zwei Fotografien unseres Wohnhauses Mühlegasse in Baar präsentiert, die vom Zürcher Fotografen Jules Spinatsch stammen.
Unsere Vorstellungen von der zeitgenössischen Architektur beruhen häufig nicht auf Eindrücken, die wir vor Ort gewonnen haben; sie sind vielmehr durch Bilder vermittelt. In einer infolge des «iconic turn» mehr vom Bild als vom Text geprägten Gesellschaft kommt der Fotografie auch zur Vermittlung von Architektur die entscheidende Bedeutung zu.

Thomas Ruffs grossformatiges Foto des 1987 fertiggestellten Ricola-Lagerhauses von Herzog & de Meuron in Laufen bildet den Auftakt der Ausstellung. Es wurde 1991 zusammen mit Fotos weiterer Arbeiten der Basler Architekten von Balthasar Burkhard, Margherita Krischanitz und Hanna Villiger in Venedig ausgestellt und steht beispielhaft für die um 1990 beginnende Zusammenarbeit von Architekten und Kunstfotografen. Diese lässt sich ausser bei Herzog & de Meuron vor allem bei Peter Zumthor nachweisen, dessen Bauten sich zunächst Hans Danuser annäherten und später Hélène Binet. Querbezüge zur Geschichte der Fotografie werden ebenso vor Augen geführt wie die Nähe zu künstlerischen Positionen.