Das neue Pflegeheim orientiert sich mit seiner Hauptfront zum Busbahnhof Beromünster und bildet dessen Abschluss im Norden. Die im Grundriss gestaffelte Front reagiert im Süden auf den Busbahnhof und mit ihrer Höhenstaffelung im Westen auf das neue Wohnquartier. Der mäandrierende Baukörper schliesst sowohl zum Wohnquartier als auch zum Bestand im Osten mit quadratischen Volumen ab und vermittelt dadurch im Massstab.

Mit dem neuen Pflegeheim Bärgmättli im Nordosten und den Alterswohnungen im Westen wird der Busbahnhof in seiner Funktion als öffentlicher Platz im Dorf gestärkt.

Mit der präzisen Setzung und baukörperlichen Ausformulierung des neuen Pflegewohnheims entstehen Aussenräume mit eigenständigen Charakter: Ein Eingangsplatz am Busbahnhof, eine grosse Parkanlage im Südwesten und ein intimerer Innenhof für die Bewohner.

Die Erschliessung des Pflegewohnheims erfolgt für Nutzer des öffentlichen Verkehrs oder Fussgänger ab dem Busbahnhof. Die Einstellhalle und die Anlieferung werden mit einem Einmünder von der neuen Entlastungsstrasse erschlossen.

Lageplan
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Architektur
Das Pflegeheim besteht aus drei Vollgeschossen und einem gestaffelten Dachgeschoss. Sämtliche öffentliche Nutzungen sind im Erdgeschoss angeordnet, in den beiden Obergeschossen sind die Pflegeabteilungen organisiert, die Abteilung für an Demenz Erkrankte liegt im Dachgeschoss.

Die Grösse des Gebäudes wird durch die zwei Pflegewohngruppen in den Obergeschossen bestimmt. Die gemeinsamen Ess- und Therapieräumen sind im «Gelenk» an der Südwestecke des Gebäudes angeordnet. Hier schliessen zwei Pflegewohngruppen mit jeweils 18 Zimmern an.

Der Neubau reagiert somit präzise auf die jeweilige Situation mit Busbahnhof, Wohnquartier, bestehenden Gebäude und neuer Entlastungsstrasse. Dieselbe integrative Sorgfalt kommt in der Gestaltung der Fassaden zum Ausdruck. Das Gebäude erhält eine filigrane Hülle aus glasfaserarmierten Feinbetonelementen, welche das grosse Volumen rhythmisieren.

Organisation
Die Struktur der Pflegeabteilungen wird im Erdgeschoss konsequent fortgeführt und die gemeinsamen Räume – Empfangshalle, Cafeteria und Mehrzweckraum – im «Gelenk» des Gebäudes an der Südwestecke angeordnet, mit Orientierung zum Busbahnhof und zur Parkanlage im Südwesten.

In der Empfangshalle zoniert ein Einbaumöbel aus Holz die unterschiedlichen öffentlichen Nutzungen. Diese liegen entlang der Parkanlage im Westen und zum Innenhof im Osten.

Die Staffelung im Grundriss schafft zwei weitere Eingänge in das Haus: einen öffentlichen Zugang für das integrierte Fitness-Center im Westen sowie ein Personaleingang im Südosten.

Die Haupträume der Pflegeabteilungen in den beiden Obergeschossen liegen im «Gelenk» im Südwesten, die beiden Pflegegruppen sind nach Nordwesten und Südosten orientiert. Der mäandrierende Baukörper mit seinen Staffelungen im Grundriss schafft in jeder Pflegegruppe Platz für Sitznischen und Aufenthaltsräume mit unterschiedlichen Ausblicken. Alle Nebenräume werden als Einbaumöbel frei in den Grundriss gestellt und ermöglichen einen Rundlauf innerhalb der eigenen Pflegegruppe.

Materialisierung
Das feinteilige Raster gliedert die Ansichten vertikal. Die einheitliche Öffnungsgrösse der Fenster unterstützt dieses System. Bronzefarbene Fenster aus anodisiertem Aluminium, farbige Stoffmarkisen und Handläufe aus Bronze verfeinern die Erscheinung.

Die Innenräume sind geprägt von warmen und natürlichen Materialien und einer hellen Farbgebung mit Einbauten aus Holz. Tragende, aussteifende Wände und Treppenanlagen sind in glatt geschaltem Sichtbeton aus Jurakalk, die Decken in den Haupträumen und den Korridore sind mit Akustikmassnahmen gestaltet, die weiteren Räume verputzt.

Freiraumkonzept
Das Freiraumkonzept bildet bewusst einen Kontrast zum Neubau. Dank einer weichen, geschwungenen Gestaltung entstehen pulsierende Zwischenräume, Rundwegen ermöglichen ein endloses flanieren in der Landschaft. Blumenfelder, Duftgärten, Tiergehege und Aktivitätszonen finden sich entlang der Wege. Geschwungene Sitzgelegenheiten auf verschiedenen Sitzhöhen mit Rückenlehnen sind grosszügig für Laufpausen vorgesehen. Im Übergangsbereich zur Wohnüberbauung verbreitert sich der Weg und wird zur gemeinsam genutzten Spiel- und Aufenthaltszone für Jung und Alt. Die einladende Terrasse des Cafés empfängt die Besucher des Pflegewohnheims.

Auf dem Dach finden sich angegliedert an die Wohngruppen die Demenzgärten. Haptisch und sinnlich anregend sind erhöhte Pflanzkuben parcoursartig auch für Rollstuhlfahrer und Personen mit Rollator angeordnet. Die Brüstung ist mit einem Meter hohen Pflanzgefässen gefasst, die eine üppige Begrünung ermöglichen. Sitzkanten laden, wie im Garten, zum Verweilen ein.

Beteiligte

Landschaftsarchitektur
BNP Landschaftsarchitekten GmbH

Nächstes Projekt

Pflegezentrum Feld