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Lageplan Rosentalstrasse 1Fotografie: Claudia LupertoFotografie: Claudia LupertoFotografie: Claudia LupertoFotografie: Claudia LupertoFotografie: Claudia LupertoGebäude vor dem UmbauGebäude vor dem UmbauGebäude vor dem Umbau

Umbau Rosentalstrasse

Das bestehende Haus an der Rosentalstrasse 1 ist ein ehemaliges Werk- und Wohnhaus aus dem Jahr 1927 und Bestandteil mehrerer Bauten in der Kernzone von Hochdorf. Das Haus ist ein wichtiger Zeitzeuge im Kontext einer alten Gebäudegruppe zwischen Rosental- und Kleinwangenstrasse. Es hat somit einen hohen Situationswert für das Ortsbild und dessen Geschichte. Ziel des Umbaus war es, dem Wert des Altbaus und der sensiblen Situation des Quartiers Rechnung zu tragen.

Das Haus verfügte ursprünglich über zwei Wohnungen im 1.Obergeschoss und Dachgeschoss mit eigenem Hauseingang an der Rosentalstrasse sowie einer Malerwerkstatt mit Nebenräumen im Erdgeschoss. Die charakteristischen Werkstatttore der 1920er Jahre kennzeichnen den Werkstatteingang am Brauereiweg. Das Haus befand sich vor dem Umbau, nach langem Leerstand und jahrzehntelanger Vernachlässigung der Bausubstanz, in einem sehr schlechten Zustand. Mit dem Eigentümerwechsel sollte die alte Bausubstanz in seine ursprünglichen Qualitäten zurückgeführt und ein hoher Wohnkomfort an zentraler Lage im Dorf angeboten werden. Es galt, die oberen beiden Wohnungen zu einer grossen Maisonettewohnung und die Werkstatt zur neuen Büroräumlichkeit für die Bauherrschaft umzubauen. Mit der Schliessung der ursprünglichen Werkstatträume zum Treppenhaus hin konnte eine bauliche Trennung zwischen Maisonnettewohnung und Büroräumen erreicht werden. Die separaten Hauseingänge für Wohnungen und Werkstatt blieben für beiden Nutzungen bestehen.

Die zentrale Konfiguration der beiden Wohnungen wurde weitgehend beibehalten. Mit gezielten Ausbrüchen und dem Schliessen von Wänden im 1. Obergeschoss wurde die enge innenräumliche Struktur aufgebrochen und ein offener Küchenraum mit einem grossen Ess- und Wohnbereich geschaffen. Der neue Boden im Wohnraum aus massivem Tannenholz bindet die ehemals kleinen Räume zu einem konglomeratischen Raumgefüge zusammen. Durch den Abbruch der internen Wohnungstüren gelang es, das eingehauste Treppenhaus bis unter das Dach als durchgängige Raumskulptur zu öffnen. Der zentrale Dielenraum im Dachgeschoss folgt der strukturellen Logik des Bestands und gliedert die Schlafräume.

Die räumliche Struktur der Malerwerkstatt blieb erhalten, sie wurde durch den Einbau von zwei Nasszellen in den Nebenräumen neu gegliedert. Durch eine mobile Trennwand aus lackierten MDF-Holzplatten kann der Büroraum für verschiedene Nutzungen abgetrennt oder aber in seiner Gesamtheit genutzt werden. Die Vergrösserung der Fensterformate im Erdgeschoss der Gartenfassade verbesserte die Lichtsituation für die neue Büronutzung erheblich.

Die Putzfassade wurde auf der Gartenseite instandgesetzt, Fehlstellen an den anderen Fassadenseiten wurden partiell ergänzt. Das neue Farbkonzept unterstreicht die Gliederung des Hauses und respektiert den Bestand im Quartier. Die neuen Öffnungen im Erdgeschoss treten als offensichtlichste Teile des baulichen Eingriffs in Erscheinung. Sie orientieren sich in der Proportionierung und Materialisierung am Bestand.